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Wie lange ist jetzt? Wer früher stirbt, ist länger tot? Kann uns die Liebe retten? Bin ich, was ich habe oder hat mich, was ich bin? Ist Zweifeln gefährlich? Wohin geht die Liebe, wenn sie geht? Was bleibt von mir?

Klingt nach Philosophie? Ist es auch. Dies sind nur einige der spannendsten Fragen, die Schülerinnen und Schüler beim Philosophieren mit Menschen im Kiez zutage gefördert und am 21. Juni anlässlich der Eröffnung der „Allee der Fragen“ präsentiert haben.

Nach Sokrates geschieht das Philosophieren im Dialog: Fragen stellen, um zu erkennen; ins praktische Leben eintauchen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Diese sokratische Methode hat die Schülerinnen und Schüler der Max-Beckmann-Oberschule zu einem besonderen Projekt inspiriert. Sie wollten das Klassenzimmer verlassen und dahin gehen, wo die Philosophie am lebendigsten anzutreffen ist: ins Leben. Also haben sie Menschen in Kirchen, Seniorenwohnheimen, Grundschulen, Büchereien, Mädchentreffs und Wohnungsbaugenossenschaften gesprochen, sogar im Dartclub und in Supermärkten. Und sie haben dabei herausgefunden, welche philosophischen Fragen die Menschen in ihrem Kiez bewegen.

adf 2webVon der Befragung, der akribischen Nachlese aller Antworten bis hin zur Gestaltung und Umsetzung der Plakate haben sich die Schülerinnen und Schüler erfolgreich in das Unternehmen gestürzt und konnten schließlich am 21. Juni die „Allee der Fragen“ feierlich im Beisein des Stadtrats für Bildung, Tobias Dollase sowie der Wahlkreisabgeordneten Emine Demirbüken-Wegner der Öffentlichkeit vorstellen. Trotz Regens und stürmischer Böen säumten bis zum 25. Juni etwa 200 Fragen den Bürgersteig entlang der Auguste-Viktoria-Allee und bildeten eine philosophische Denk-Achse von Nord nach Süd und Ost nach West. Spiritus rector des Projekts war übrigens Matthias Holtmann, Schulleiter der Max-Beckmann-Oberschule,der sich überzeugt zeigt, dass es so etwas wie einen philosophischen „Ur-­
instinkt“ gibt, den alle teilen. „Die Tatsache, dass alle Menschen solche Fragen in sich tragen zeigt uns, dass wir uns oft näher sind als wir wissen und uns mehr verbindet als uns trennt. Und gerade heute, in nervösen Zeiten in einer schnelllebigen Welt, die von vielen existentiellen Erschütterungen verunsichert wird, bietet es sich an, die Kraft und die Weisheit der uralten philosophischen Praxis zu nutzen.“

Gefördert wurde die Ausstellung aus Mitteln des Programms Soziale Stadt.

Text: Mathias Holtmann & QM Team, Fotos: Mathias Holtmann
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